NEW IN TOWN : Sister*hood
Ein nachhaltiger Concept Store gegen das Fernweh.
Sister*hood hat seit Anfang September seine Pforten in der Zollergasse geöffnet. Der neue Design-Conceptstore in Neubau hat sich zur Aufgabe gemacht, sorgfältig kuratierte, nachhaltige Deko aus aller Welt nach Wien zu bringen. Handgeknüpfte Teppiche aus Marokko, natürliche gefärbte Biobaumwolldecken aus Kolumbien, Polsterüberzüge, Decken, Handtücher und Kimonos aus Kambodscha und farbenfrohe Körbe aus Afrika.
Magdalena (26) und Veronika (31), zwei Schwestern haben diesen Ort gegründet. Die weißen Räume wirken einladend und so gar nicht fad. Ganz im Gegenteil – augenblicklich hat man das Gefühl zu reisen und die Fundstücke der beiden Schwestern zu entdecken. PARVIE hat die jüngere Schwester in ihrem Store besucht und mit ihr geplaudert, was die beiden dazu bewegt hat, einen Concept Store zu gründen?

Foto: Es ist für jeden Etwas dabei – von Tees und Cafés über Kochbücher bis hin zu Körben und Teppichen. „Egal ob Groß oder Klein, jeder soll bei uns etwas finden“, erklärt Magdalena. Gemeinsam mit ihrer Schwester Veronika hat sie Sister*hood gegründet.
„Der Auslöser war bestimmt Corona. Mit einem Mal war alles weg. Was blieb, war die Arbeit – sonst nichts“, erzählt Magdalena, die 26-jährige Unternehmensberaterin und macht einen Schluck von ihrem Hibiskustee. Wie bei vielen anderen löste die Pandemie auch bei den beiden Schwestern Grundsatzfragen aus. „Wir fragten uns, was will ich im Leben? Wir haben beide in unseren Jobs gemerkt, dass uns etwas fehlt. Etwas, das uns glücklich macht.“
Also haben sie den Mut gefasst und einen Ort geschaffen, an dem ihrer beider Leidenschaften zusammenkommen. „Da wär als Erstes unsere gemeinsame große Leidenschaft das Reisen und dann kommt bei mir noch Design dazu und bei meiner Schwester Veronika das Kochen und die Literatur“, erzählt Magdalena.
„Sister*hood ist eine Herzensangelegenheit. Unser Ziel war es, mit Sister*hood einen Ort zu schaffen, an dem man der rationalen Welt entfliehen kann und in eine emotionale Welt eintaucht. Wir wollten einen Ort schaffen, an dem wir verschiedene Welten verbinden, aber auch Leute kennenlernen. Leuten, denen wir sonst gar nicht begegnen würden“, erzählt die studierte Bauingenieurin.

Die Inspiration für ihren Store holten sich die beiden Schwestern übrigens schon vor Corona auf ihren Reisen. Eine Leidenschaft, die den beiden schon als Babys in die Wiege gelegt wurde. Weihnachten wurde öfters im Warmen als im verschneiten Österreich gefeiert. Und Souvenirs aus der ganzen Welt dekorierten seit eh und je das Elternhaus.
Die Auswahl für den Shop erfolgt nach mehreren Faktoren und verlangte viel Onlinerecherche in den letzten Monaten vor der Eröffnung. Das Sortiment besteht ausschließlich aus Handwerkskunst. Kaum ein Teil ist wie das andere. Alles Unikate mit Dellen, Ecken und Kanten, bei denen vor allem echte Menschen dahinterstehen. „Unser Sortiment ist eher hochpreisig, aber dafür garantieren wir Qualität und faire Entlohnung. Ein Kriterium für die Zusammenarbeit ist, dass es sich um sogenannte „Social Enterprises“ handelt, also Kleinunternehmen oder Kooperativen, die soziale Verantwortung übernehmen. 95 % der Produkte wurden übrigens von Frauen gemacht.“, erklärt Magdalena.

Und wofür steht Sister*hood?
Als erstes steht’s für uns zwei Schwestern (lacht) – aber in weiterem Sinne auch für eine globale „Schwesternschaft“. Eine Welt, in der wir uns gegenseitig unterstützen, stärken und auf die Beine helfen. Unserer Meinung nach ist Handel und die Wertschätzung der Produktion eine viel respektvollere Unterstützung als Spenden.
„Und, dann steckt in dem Wort noch die Hood, denn dieser Shop ist einfach unsere Hood. Ein Platz zum Treffen, Wohlfühlen und auch Feiern.“ Demnächst sollen hier auch Yogaklassen und kleine Events, wie Buchpräsentationen, stattfinden. „Aber es soll vor allem ein Ort werden, den wir mit Geschichten und Leben füllen wollen.“
Wer also dem melancholischem Grau der Stadt, das der Herbst und Winter so mit sich bringt, schnell mal entfliehen will, ist hier genau richtig. Ein kurzer Besuch genügt und man fühlt sich schon auf Reisen.

Foto: Diese Teppiche sind von einer Partnerkooperation in Marokko. Marokko ist weltweit bekannt für seine Handwerkskunst, weniger bekannt ist das Problem, dass die Kunstszene extrem ausgebeutet ist. Handwerkern oder Künstlern bleibt meist so gut wie gar nichts. Diese Partner-Kooperative unterstütz die Künstler dabei, ihre Produkte selbst zu vermarkten und setzt sich für faire Entlohnung ein.
Fotos (c) Katharina Chavanne
Sister*hood, Zollergasse 25. 1070 Wien
MEET THE FOUNDER: Birgitta Bitschnau-Burkart, KOKEBI
Natürlich schön. Minimalistische Naturkosmetik aus Berlin, inspiriert durch afrikanische Schönheitsrituale.
Die Berlinerin Birgitta Bitschnau-Burkart, hat sich zum Ziel gesetzt, die tägliche Schönheitsroutine zu vereinfachen und die Naturkosmetiklinie KOKEBI gegründet. Mit nur 4 Produkten will sie die Haut natürlich zum Strahlen bringen. Ganz nach dem Motto: „Simply back to skin – unsere Haut braucht nicht viel, sondern das Richtige.“
Jahrelange Erfahrung in der Kosmetikbranche, ein umfassendes Know-How zu natürlichen Inhaltsstoffen und traditionelle afrikanische Schönheitsrituale sind in die Entwicklung eingeflossen. PARVIE hat die Produkte getestet und mit der Gründerin von KOKEBI geplaudert, um zu erfahren worauf es bei der Hautpflege mit reinen Ölen ankommt, wie die Gründerin das Geheimnis schöner Haut entdeckt hat und zu guter Letzt noch ein paar Berlintipps bekommen: Birgittas Lieblings-Adressen, an denen sich Eco und Chic vereinen.
Birgitta, wie kam es dazu, dass du eine Gesichtspflege entwickelt hast?
Nach über 20 Jahren in der Kosmetikbranche, hauptsächlich bei Naturkosmetikfirmen, hatte ich Lust, etwas Eigenes zu gründen. Aber ich hatte das Gefühl, hier herrscht mittlerweile ein absoluter Überfluss. Jede Falte hat ihre eigene Creme. Ich hab mich gefragt, warum kann man das nicht vereinfachen?
Immer schon totaler Afrika-Fan, war ich während meiner vielen Reisen jedes Mal aufs Neue fasziniert von dieser Kultur, den Menschen und auch deren Schönheitsritualen. Sie verwenden keine Produkte mit 30 oder mehr Inhaltsstoffen, sondern pure Pflanzensäfte und reine Öle – und haben eine tolle Haut.
Ich hab mir gesagt, wenn selbstständig, dann will ich etwas Sinnhaftes machen und tolle Projekte damit unterstützen. Mein Ziel war es, dass alle Inhaltsstoffe aus Afrika kommen.
2019 begab ich mich also nach Äthiopien, auf die Suche nach Öllieferanten – ich wollte von Anfang an Öle direkt von Partnern aus Afrika haben und nicht vom Großhandel. Ich wollte meine Produkte aufs Wesentliche reduzieren und spezielle Öle finden, die man noch nicht bei uns kennt. Auf dieser Suche bin ich vor allem auf Frauen des Vertrauens gestoßen. Wir unterstützen mit KOKEBI kleine Kooperativen, die Bauern haben teils Felder, die so groß wie Wohnungen bei uns sind.

FOTO: CrEmes, mit mindestens 30, 40 oder 60 Inhaltsstoffen, versprechen die perfekte Haut – Birgitta wollte das vereinfachen. Und zwar ohne Kompromisse bei der Effektivität. Nach mehreren jahren intensiver recherche hat sie im Frühjahr 2021 KOKEBI auf den Markt gebracht.
Du sagst, in Afrika hast du das Geheimnis schöner Haut entdeckt? Verrätst du uns das?
Ein Geheimnis ist bestimmt, dass die Inhaltsstoffe pur verwendet werden. Pure, kaltgepresste Öle sowie reine, gequetschte Pflanzensäfte. Die Inhaltsstoffe werden nicht erhitzt wie sonst oft in der Kosmetikindustrie üblich, sondern werden rein verarbeitet und behalten somit all ihre Vitalstoffe.
Welche besonderen Inhaltsstoffe findet man in den Produkten von KOKEBI ?
Wir verwenden nur pure Inhaltsstoffe von höchster Qualität – frei von jeglichen Schadstoffen. Sie sind mehrfach geprüft und werden in Berlin gerührt. Auf meiner Suche nach den perfekten Inhaltsstoffen habe ich einige ganz tolle Öle und Pflanzensäfte entdeckt. Eines, welches ich bei uns bisher noch gar nicht in der Kosmetik gesehen habe, ist das Abessynica Noog Öl – es ist wie eine Rapspflanze und wächst in den äthiopischen Hochebenen. Aus den Samen wird dieses besondere Öl gepresst, das extrem proteinhaltig und reich an Vitamin C ist. Es ist voller Anti-Aging Benefits, wirkt festigend und straffend, ebnet gleichzeitig das Hautbild und hilft bei Hyper-Pigmentierung.
Für unseren fettfreien Skin Splasher verwenden wir den puren Pflanzensaft Bulbine – ein wahrer Alleskönner. Dieser nachhaltige Wirkstoff wirkt beruhigend, desinfizierend, feuchtigkeitsspendend und entzündungshemmend. Dieses Produkt eignet sich daher auch für unreine Haut besonders gut.
Und ein besonderer Inhaltsstoff, den ich sehr gerne hervorhebe, ist in Step 4: das Astaxanthin. Auch Blutregenalge genannt. In der Kosmetik gilt Astaxanthin als das stärkste Antioxidans der Welt. Es ist der Anti-Aging-Held schlecht hin. Das Pigment verleiht Tieren, die sich von diesen Mikroalgen ernähren, wie z. B. Krebsen, Lachsen oder Flamingos ihre rosarote Farbe. Auf die Haut hat es eine ausgleichende Wirkung und bietet gleichzeitig einen natürlichen Sonnenschutz.
Die KOKEBI Gesichtsroutine?
KOKEBI hat eine Gesichtsroutine in 4 Schritten entwickelt. Oft war ich einfach schon so müde und dann musste ich mich abschminken … Schon alleine die Vorstellung von einem Cleansingschaum und dem kalten Wasser im Gesicht machte mir zu schaffen. Deshalb hab ich ein Öl entwickelt, das ich trocken auftrage und dann mit unserem Gabi-Glove lauwarm abtrage.
Im nächsten Step wird die Cleansing Soap mit der Bürste in kreisenden Bewegungen einmassiert – die zarten Düfte haben eine aromatherapeutische Wirkung. Die Minze in der Seife wirkt gegen Müdigkeit und sorgt für Entspannung.
Danach kommt der Skin Splasher. Wichtig: diesen nicht ganz einmassieren und gleich im Anschluss das Öl – unser Lavish Liquid einmassieren. Der zarte Duft nach Vetiver, Zitronengras und Vanille helfen dabei zu erden. Damit man wieder mit beiden Beinen am Boden steht.

FOTO: Der Gabi Glove – Dieser sanfte Reinigungshandschuh ist aus dem Material in welches die Äthiopier:innen ihre frisch geborenen Babys einwickeln. die weiche Struktur machen Wattepads komplett überflüssig. KOKEBI hat dafür ein eigenes Projekt in Wukro – einer kleinen Stadt im Norden Äthiopiens – initiiert.
Und wenn’s mal schnell gehen muss?
Dann lass ich die Seife weg. Meine Must-haves, darf ich nur zwei Produkte nehmen, sind der Cleanser und das Öl – sprich STEP1 und STEP4.
Ein Geheimtipp?
Wichtig ist, das Öl immer auf feuchte Haut einzumassieren! Die Mischung macht es nämlich aus. Wenn sich der Skin Splasher, also der Pflanzensaft, mit dem Öl verbindet, bildet sich eine Blitzemulsion. Und das Öl kann richtig in die Haut einziehen – ohne nachzufetten. Je nach Hauttyp kann ich die Dosierung des Öls wählen.
Die Produkte von KOKEBI eignen sich darum für alle Hauttypen – trockene und Mischhaut – unreine und sensible Haut – es geht nur um die Dosierung wie viel Lipide und wie viel Feuchtigkeit, … aber das muss einfach jeder für sich selbst rausfinden.
Du lebst und arbeitest in Berlin? Verrätst du uns vielleicht ein paar deiner Lieblingsadressen, die Eco und Chic verbinden?
Ein toller Conceptstore für Mode ist Le magasin by valise, in der Rosa Luxemburg Straße. Die haben ganz tolle Mode, man kann Café trinken und am Wochenende gibts eine Aperitivobar. Es ist ein netter Platz für Lifestyle – immer mit dem Nachhaltigkeitsgedanken und vielen regionalen Firmen „we love berlin“.
Und dann noch meine N°1 Adresse für Beauty: Wheadon. Man kann hier den ganzen Tag im Dayspa verbringen. Es gibt eine tolle Browbar und sie machen wunderbare Behandlungen. Außerdem gibt es einen fantastischen Laden für Nischenkosmetik – in dem man übrigens auch KOKEBI findet (lacht).
Vielen Dank!
Mehr Infos unter www.kokebi.de

FOTO: KOKEBI – kommt aus dem Äthiopischen und heißt mein Sternchen. Seit eh und je ist Birgitta, die Gründerin von KOKEBI, fasziniert von Afrika , der Kultur, den Menschen und ihren Schönheitsritualen.
Fotos: Katharina Chavanne, KOKEBI
MAISONETTE – Ein Conceptstore zum Wohlfühlen
Es gibt sie, diese besonderen Orte, die man betritt und sich augenblicklich wohlfühlt. Genau so einen Ort wollte Andrea Lems mit ihrem kleinen Concept Store „Maisonette“ auf der Gumpendorfer Straße, im 6. Wiener Gemeindebezirk, schaffen. Die Idee kam der Zwillingsmama in ihrer Karenz: Sie wollte einen Concept Store gründen – aber keinen typisch-kühlen, sondern einen gemütlichen Ort, einen Ort der Inspiration an dem man überrascht wird. Und soviel vorweg, das ist ihr gelungen.

Wer auf der Suche nach einem kleinen Geschenk oder einer besonderen Aufmerksamkeit ist, die es nicht überall zu finden gibt, ist hier genau richtig. Zu kaufen gibt es einen farbenfrohen Mix schöner Papeterie, modischer Accessoires, wie NEAT, dem eigenen Taschen-Label der Shopinhaberin, und stilvoller Dekoartikel, die das Leben einfach schöner machen.
„Früher inspirierte ich mich auf Reisen und holte Sachen nach Wien, die es hier noch nicht gab. Seit Corona entdecke ich die meisten Sachen über Instagram“, erklärt die Gründerin und ihre freundlichen, dunkeln Augen strahlen – das erkennt man sogar mit Maske.
Übrigens 90% der Marken, die sie führt sind von Frauen gegründet. „Mein kleiner Betrag etwas Positives zu bewirken, in dem wir Frauen uns gegenseitig unterstützen.“
Maisonette. Gumpendorfer Straße 66. 1060 Wien
Mehr Infos sowie der Onlineshop : www.maisonette.shop

„Maisonette“ kommt aus dem französischen und heißt „kleines Häuschen“. Meist werden zwei Etagen über ein paar Stiegen verbunden – so auch in dem kleinen Shop unweit des Haus des Meeres.

Der French Touch findet sich nicht nur im Namen, sondern des Öfteren auch in der Musik und manchen Marken.

„Ich will hinter meiner Auswahl stehen“, erklärt die Gründerin Andrea Lems (im Foto). Deshalb achtet sie bei der Markenauswahl, soweit es ihr möglich ist auf faire Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit.
Fotos (c) Katharina Chavanne
HIGHTECH AUS DER NATUR : Less is More fürs Gesicht
Bekannt ist Less is More für seine Premium Bio-Haarkosmetik. Jetzt bringt das österreichische Unternehmen eine Gesichtspflege auf den Markt. Die modulare Facecare Linie besteht aus elf Produkten: Sie vereint modernste, hochwirksame Bio-Aktivstoffe und organische Pflanzenauszüge in optimal aufeinander abgestimmten Formulierungen. Biozertifiziert, vegan und von Hand gefertigt in der Wiener Manufaktur.
Dr. Doris Brandhuber, Mitbegründerin und Entwicklerin von Less is More, wollte mit dieser Linie ihrem hohen Anspruch an die Kosmetik gerecht werden und eine Linie schaffen, die intensiv pflegt und jedem gibt was er braucht. „Unser Ziel war es etwas zu machen, das es in dieser Art noch nicht gibt, ein System zu entwickeln, mit dem jede Haut, jung wie alt, Mann wie Frau, im Sommer wie auch im Winter, mit wenigen Produkten, jeden Tag die perfekte, individuell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Pflege bekommen kann.“ erklärt die auf Biomimetik spezialisierte Chemikerin und Aromatherapeutin.

Die Inspiration holt sich die gebürtige Oberösterreicherin, wie auch schon bei der Professional Haircare, oft aus ihrer Heimat, dem Salzkammergut. Die Natur zeigt ihr, wie sich Wirksamkeit und Schönheit verbinden lassen. Komplex und effizient zugleich. „Hier erlebt man unmittelbar wie sauberes Wasser, die Pflanzen und Mineralien der Alpen, Reinheit, Freiheit, Erfrischung und Geborgenheit spenden.“

Ausgeklügelte Formulierungen für einen strahlenden Teint, gesunde, ebenmäßige und elastische Haut.
Die Inhaltsstoffe sind auch das Herzstück dieser Gesichtspflege: Ein Zusammenspiel aus biozertifizierten Pflanzenauszügen und bio-aktiven Wirkstoffen machen die Linie einzigartig. Wirkstoffe die eigentlich aus der konventionellen Kosmetik bekannt sind, wie zum Beispiel Vitamin C, finden sich in dieser Linie in Bioqualität. Vom Lipidkomplex, bei dem verschiedene Öle zusammenspielen und mit einer sanften, weichen Textur gesunde, junge Haut imitieren, über niedrig molekulare Hyaluronsäuren, die sogar Pigmentflecken reduzieren, bis hin zu einem der stärksten naturbelassenden Antioxidantien : Astaxanthin – aus steirischer Grünalgenzucht.
Auch das Know-how aus der Aromtherapie fließt in die neue Linie ein: abgestimmt auf die Zartheit der Gesichtshaut begleiten sanfte Düfte, die auch gleichzeitig zur Hautpflege beitragen, anti-oxidativ wirken und die Hautregeneration fördern.
„Die Haut hingebungsvoll zu pflegen hat mir meine Mutter schon als Mädchen beigebracht – ein tägliches Ritual der Selbstachtung und eine intensive Form des auf sich Achtgebens.“ Dr. Doris Brandhuber

Auf die Mischung kommt es an.
Die Gesichtspflege von Less is More setzt sich aus drei Komplexen zusammen. Die Linie bietet vier Basisprodukte für die tägliche Pflege, diejeden Tag oder wöchentlich durch Spezialpflege mit Ölen, Masken sowie Peelings, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Haut ergänzt werden können. Denn, die Grundlage für schöne Haut ist in erster Linie seine Hautbedürfnisse zu verstehen,“ erklärt Dr. Doris Brandhuber. „Und die Antwort auf die Frage: Wie geht es meiner Haut heute?, findet sich in den elf Produkten.“
Die Produkte sind ab heute über den Onlineshop www.lessismore.at erhältlich sowie bei ausgewählten Less is More Händlern.
Konzentration aufs Wesentliche
Naturbelassene bio-zertifizierte Pflanzenauszüge wirken ausgleichend und harmonisierend, und aktivieren die natürliche Hautfunktion. Durch das Zusammenspiel mit modernsten pflanzenbasierten Wirkstoffen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind die Produkte hochwirksam und sorgen für optimale Anwendbarkeit und Ergebnisse.
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Die Basispflege besteht aus vier Produkten
Die Basics sind für alle Hauttypen gleich anzuwenden. Sie bieten eine Grundpflege, die für jedes Alter wichtig ist – nämlich Zellschutz, Feuchtigkeitsversorgung und eine harmonisierende Wirkung.
Die tägliche Intensivpflege
Drei weitere Produkte ergänzen die Basispflege. Sie erfüllen Bedürfnisse wie Anti Aging, Extra-Glow, Winter-Pflege, Feuchtigkeit, Anti-Stress, etc.
Wöchentliche Spazialpflege
Mit einem Peeling und drei verschiedenen Masken kann ein individuell angepasstes Pflegeprogramm erstellt werden, je nach Hauttyp und -zustand.
Eine Konzentration aufs Wesentliche: Strahlend gesunde Haut, samtig weiche Texturen und zarte Düfte.
FOTOS: PR LESS IS MORE
Blütenzauber
Rosenwasser – das Multitalent fürs Badezimmer
Eigentlich ist Rosenwasser ein Nebenprodukt, wenn Rosenöl gewonnen wird. Doch in der Welt der Schönheit gilt es als wahres Elixir. Und das nicht zu Unrecht. Das Blütenwasser ist ein Multitalent, es eignet sich für alle Hauttypen, egal ob trocken, ölig oder sensibel. Das Wasser steckt voller natürlicher Antioxidantien und wertvoller Vitamine (A, C und P). Es hat eine antibakterielle Wirkung, hilft gegen Unreinheiten und verleiht einen strahlenden Teint. Es hydriert, beruhigt die Kopfhaut und sorgt sogar für glänzendes Haar. Das Hydrolat kann zum Make-up fixieren und entfernen verwendet werden, oder auch als Anti-Aging Pflege helfen.
Nicht zuletzt werden der Rose harmonisierende, stärkende und sogar heilende Kräfte zugeschrieben.
Hier ein paar meiner Favoriten zwischen Wien und Paris, die höchste Quailtät, Reinheit und Ästhetik vereinen.
LA ROSE VIENNE
Zwei junge Unternehmerinnen aus Wien, haben vor kurzem reinem Rosenwasser aus Marokko einen neuen Chic eingehaucht.
LA ROSE (16€)
MERME BERLIN
Edel, mit echten Rosenquarzkristallen. 100% biologisches Rosenwasser, gewonnen aus frischen, handgepflückten Blüten von dem bulgarischen Rosental.
FACIAL ANTIOXIDANT MIST WITH ROSE QUARTZ (€ 32)
LES CANDIDES
Dieses Hydrolat wird aus der kostbaren, seltenen ROSE CENTIFOLIA gewonnen. Die „Rose de Mai“, wie sie auch genannt wird, wird in der Provence angebaut. Schon Coco Chanel schwörte auf die Besonderheit dieser Rose und verwendete sie in vielen ihrer Parfums.
Fotos: La Rose Vienne, MERME Berlin, Les Candides
MEET THE FOUNDER : Michaël Sanson ECOCENTRIC
Michaël Sanson ist der Gründer von Ecocentric, einem der ersten französischen Webshops, spezialisiert auf Naturkosmetik. Aber vor allem, ist er ein Pionier für „ecoluxury“ in Frankreich.
„Ich habe Ecocentric vor zwölf Jahren ins Leben gerufen, um eine etwas andere Vision von natürlicher Schönheit zu vermitteln und sie bei möglichst vielen Menschen bekannt zu machen.“, erzählt Michaël.
Seit 2009, präsentiert er in seinem Webshop, sorgfältig ausgesuchte Kosmetik-, Hautpflege-, Parfüm- und Make-up-Marken. Meistens Nischenmarken, die Bio und Chic gekonnt vereinen. Die Produkte werden einerseits aufgrund ihrer natürlichen Inhaltsstoffe gewählt – jegliche unerwünschte Moleküle sind tabu – und andererseits auf Grund ihrer Ästhetik. „Man soll Lust auf die Produkte bekommen. Denn Kosmetik ist eine Frage der Effizienz und der Ergebnisse, aber auch eine Frage der Sinnlichkeit, der Düfte, des Vergnügens und der Texturen.“, so der Gründer.
PARVIE hat mit dem Bioliebhaber über sein Leben und seine Ambitionen geplaudert. Er hat uns verraten, wie Shanghai sein Leben veränderte und was eine Marke haben muss, damit sie seine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zu guter Letzt gibt uns der Franzose einen Einblick in die Green-Beauty-Trends 2021.

Foto: Michaël, in seiner Boutique in Lyon. (c) Ecocentric
Michaël, wie kam dir die Idee Ecocentric zu gründen?
Berufung wär wohl etwas weit hergeholt aber sagen wir, es war der Lauf der Geschichte … Immer wieder hört man von Kosmetikmarken, die von Menschen entwickelt wurden, die nach einer neuen Lösung suchten, weil sie eine schwere Krankheit hatten oder mit einem Problem konfrontiert waren, das ihr Leben veränderte. Bei mir war es auch ein bisschen so … Ich war sehr jung, als ich für ein Praktikum nach China ging. Dort bekam ich eine Augeninfektion und die Behandlung, die ich erhielt, war lichtempfindlich. Leider hab ich diese Information, auf Grund der sprachlichen Barriere, nicht verstanden und hatte schon nach kurzer Zeit schwere Verbrennungen im Gesicht. Ab diesem Zeitpunkt war ich gezwungen Feuchtigkeitscremes zu verwenden. Mit 21 Jahren, eigentlich ein Alter in dem junge Männer es sich normalerweise nicht schwer machen, war ich gezwungen, mich jeden Morgen und jeden Abend einzucremen. Ich hatte keine Wahl. Ich hatte eine beschädigte, geschwächte und empfindliche Haut.
Und dadurch kamst du auf Biokosmetik?
Ja. Chinesische Freunde brachten mich daraufhin zu einem traditionellen Arzt, der mir eine Mischung aus Sesam machte – eine bräunliche Paste, die extrem stark nach Sesam roch und Meilen weit von einem sinnlichen Vergnügen entfernt war, aber es war ein Produkt, das meine Haut sehr effektiv reparierte.
Ich erkannte die Wirksamkeit einfacher, natürlicher Dinge. Meine Ingenieurausbildung erledigte dann den Rest: Ich stellte die Flasche auf den Kopf und las die INCI-Liste. Ich versuchte die Inhaltsstoffe zu verstehen und sehr schnell wurde mir klar, dass es viele Produkte auf dem Markt gibt und noch mehr zu der damaligen Zeit, die weder gesund für Mensch noch für die Umwelt sind. Inhaltsstoffe, die in der Kosmetik nichts zu tun haben oder Marken, die Produkte sehr teuer verkaufen, die ihren Preis eigentlich überhaupt nicht wert sind … Also habe ich mich damals an Bio gewandt.
Ich beendete mein Praktikum und setzte mein Studium fort, begann in China, in Shanghai zu arbeiten und als ich nach Frankreich zurückkehrte – in die Bretagne – war es unmöglich, die Produkte zu finden, die ich in Shanghai gekauft hatte. In diesem Moment sagte ich mir, dass ich wohl nicht der einzige bin, der diese Produkte hier nicht finden kann, und ich begann, sie im Internet zu verkaufen. Ecocentric war somit geboren.
Als ich dich 2010 kennenlernte, war Bio und Naturkosmetik in Frankreich ein absoluter Nischenmarkt. Mit Ecocentric warst du einer der Ersten in Frankreich, der sich auf diesen Sektor spezialisiert hat. Wie hat sich dieser Markt seither entwickelt?
Seit der Inbetriebnahme der Seite im Jahr 2009 ist die Nische ziemlich gewachsen (lacht) und das ist gut so. Heute findet man Bio überall … Die erste positive Veränderung ist, dass die Konsumenten viel aufmerksamer geworden sind. Außerdem, Bio oder nicht Bio, sind die Formulierungen „cleaner“ und weniger giftig geworden. Heute müssen auch Marken die nicht Bio sind ihre Formulierungen säubern. Die Leute geben viel mehr Acht darauf, was sie an ihre Haut lassen.
Ich persönlich bin wirklich sehr froh, dass jetzt auch traditionelle Parfümerien Bio-Marken führen. Auch wenn viele sagen, dass das eine Konkurrenz für uns ist, was ich auch nicht bestreite, aber das waren sie auch schon zuvor. Und mir ist tausendmal lieber, dass wir Konkurrenten sind, um gute Produkte zu verkaufen, die gut für unsere Gesundheit und unsere Umwelt sind, als Produkte die es nicht sind.
Bio und chic! Eine große Herausforderung?
Es war eine große Herausforderung vor 12 Jahren … Einerseits gab es kaum Auswahl und noch dazu wenig Nachfrage … Wenn ich so zurückdenke war es seinerzeit wirklich ein bisschen ein verrücktes Vorhaben … (lacht)
Wie entdeckst du eine neue Marke? Was muss sie haben, um dich zu faszinieren?
Heute gilt es Marken zu finden, die sich von der Masse abheben, die einen Unterschied machen, sei es mit ihrem Zugang, der Geschichte oder dem Pflegekonzept. Die Idee ist nicht, die gleichen Produkte nur mit anderm Etikett anzubieten. Wenn wir ein neues Produkt auswählen, ist es weil es uns begeistert hat, weil wir die GründerInnen kennengelernt haben und natürlich weil die Marke all unseren Ansprüchen der Natürlichkeit gerecht wird. Wir testen jedes einzelne Produkt ganz genau bevor wir es in die Regale stellen.
Wir sind auf der Suche nach Marken, die engagiert sind, die einen Schritt weiter in ihren Formulierungen oder ihrem Packaging gehen. Auch wir wollen einen Schritt weiter gehen und Marken mit dem besonderen Etwas finden.
Was sind die Trends für 2021?
Die Trends für 2021 sind auf jeden Fall von der Aktualität bestimmt. In erster Linie geht es darum es sich zu Hause gut gehen zu lassen, Stichwort: „Home-Cocooing“.
Dann kommen noch die ganzen neuen Probleme dazu mit denen wir jetzt konfrontiert sind, wie zum Beispiel alles in Zusammenhang mit „Maskne“, sprich Unreinheiten und Akne, die durch das Tragen der Masken entstehen. Und nicht zu vergessen – da ein Teil unseres Gesichts unter der Maske versteckt ist, und sich die Frauen nicht mehr ihre Lippen schminken, verlagert sich der Fokus auf den Blick. Also alles für die Augen, wie Mascara etc. ist sehr gefragt.
Außerdem gibt es einen neuen Trend aus Asien, den ich sehr spannend finde, der sich SKIP CARE nennt. Skip kommt aus dem Englischen und heiß soviel wie Etappen zu überspringen. Die Etappen der Beauty-Routine werden hier auf ein Minimum reduziert und schließlich hat man nicht mehr zehn sondern drei oder vier Kosmetikprodukte in seinem Badezimmer. Der Trend geht immer mehr hin zu multifunktionalen Kosmetikprodukten.
Verrätst du uns deine neuesten Entdeckungen?
In der letzten Zeit hatte ich zwei absolute Lieblinge. Der eine ist die Marke LOVINAH, eine amerikanische Marke, die von der Afroamerikanerin Joy Ekhaotr gegründet wurde – eine außergewöhnliche Frau. Die Formulierungen der Produkte sind wirklich beeindruckend, sie sind extrem konzentriert, reichhaltig und sinnlich. Sie interpretiert afrikanische Schönheitsrituale und deren Inhaltsstoffe neu. Der GODDESS GLOW ist eine Creme die mich wirklich umgehaut hat – sowohl in seiner Wirksamkeit als auch in der Textur. Dieser Balsam ist wirklich unglaublich.
Ein anderer Favorit, den ich regelmäßig verwende ist der CAFFEINE-SPRAY von Less is More. Eine Anti-Aging-Pflege für die Haare, die darüber hinaus das Haar boostet und die Kopfhaut vitalisiert. Was ich hier sehr schätze, ist dass das Produkt unisex ist. Man sieht wirklich schnell einen Effekt, sogar bei kurzem Haar – noch dazu hilft der Spray gegen das Grauwerden … Vielleicht ein bisschen zu spät bei mir … Aber er kann es verlangsamen (lacht.)
Deine Ambitionen?
Ich hab vorher die Geschichte erzählt, wie es dazu kam dass ich Ecocentric gegründet habe … Seither ist mein Beruf zu einer Leidenschaft geworden, man lernt stets dazu, entdeckt ständig Neues und trifft auf wunderbare Menschen … Mein Ziel ist es, diese Begeisterung auch weiterhin mit meinem tollen Team zu teilen.
2020, trotz eines komplizierten Jahres, haben wir unsere erste Boutique in Paris eröffnet. Dazu kam es weil Estelle, eine meiner Mitarbeiterinnen aus Lyon, zu ihrem Freund nach Paris zog. Ich wollte eigentlich, dass sie unserer Firma erhalten bleibt und auch sie wollte uns nicht verlassen. Also haben wir kurzer Hand beschlossen, eine Boutique in Paris zu eröffnen. Eigentlich ist Ecocentric ein humanes Abenteuer.
Wir sind eine kleine Struktur – mein Vorhaben ist nicht riesig zu werden, ich möchte, dass wir eine menschliche Größe bewahren und mit passionierten Personen unser Abenteuer fortführen: Neue Marken entdecken, auf spannende Personen treffen und weiterhin all diese Entdeckungen mit jenen zu teilen, die Lust haben auf ein Beauty/Schönheits-Erlebnis – ich mag nicht sagen anders – aber außergewöhnlich.
Alle Informationen auf www.ecocentric.fr
Ecocentric hat neben seinem Webshop eine Boutique in Lyon und seit kurzem auch im Marais in Paris.
Fotos (c) Michael Sanson, Ecocentric
MaMuse – Kindermode aus Paris
Dieses französische Label hat sich zur Aufgabe gemacht, die Mode zu verlangsamen und Kindermode für Generationen zu schaffen.
MaMuse ist eine Geschichte von Mutter und Tochter. Alles begann mit dem Hochzeitskleid und dem Vorschlag der Mutter dieses selbst zu nähen. Das Nähen – eine Leidenschaft, die schon seit Generationen in der Familie liegt. Das Ergebnis war so überzeugend, dass Domitille Mitanchet, 10 Jahre und 3 Kinder später, ihren Job bei Agnès B aufgegeben hat und gemeinsam mit ihrer Mutter MaMuse gegründet hat.
Sie entwirft und schneidert in einem Atelier in Paris. Die Modelle können sowohl von Buben als auch von Mädchen getragen werden. Mit kleinen Details, wie Libertykragen, können Akzente gesetzt werden. Die Stoffe werden nach höchsten Qualitätskriterien ausgewählt. Sie kommen ausschließlich aus Europa und sind alle ÖKO-TEX zertifiziert. Domitille Mitanchet: „Unser Ziel ist es Mode zeitlos zu machen. Zwar gibt es sogenannte „Capsules“ in denen wir wärmere oder kühlere Stoffe verwenden. Aber unsere Idee ist es, die Mode zu verlangsamen. Passt ein Modell in einer Größe passen alle Modelle, da der Schnitt der gleiche ist . Wir produzieren begrenzte Stückzahlen und wollen langlebige Mode – die von Bruder zu Schwester und vielleicht sogar auch zur Cousine wandert. Ganz nach dem Motto weniger, aber besser.
Die Blusen (ab 35 €) sind exklusiv über den neuen Onlineshop erhältlich. Durch die Direktvermarktung sollen Ressourcen und Umwelt geschont werden.




MEET THE FOUNDER: Karin Singer MECKIIE
Clean organic perfumes made in Vienna

Karin Singer, die Gründerin von MECKIIE. Foto (c) MECKIIE
MECKIIE ist eine Hommage an die Individualität aber vor allem die Geschichte seine Träume zu leben.
Die Wienerin Karin Singer lebt zwischen Wien und L.A. Eigentlich kommt sie aus der Kommunikationsbranche, doch 2017 hat sie der Tod ihrer Mutter vollkommen aus der Bahn geworfen. Ab diesem Zeitpunkt war die Entscheidung getroffen: Sie will nichts mehr in ihrem Leben aufschieben, große Träume träumen und sich nicht durch Angst in ihrer Ambition bremsen lassen. Ein Jahr später hat sie mit MECKIIE drei spannende, bio-zertifizierte Unisex-Düfte auf Ginbasis auf den Markt gebracht.
PARVIE hat mit der Autodidaktin über ihre Leidenschaft für Düfte gesprochen. Ein Interview über außergewöhnliche Bio-Parfums und das Bedürfnis nach Individualität.
Wie kam es dazu, dass du Düfte kreierst ?
Düfte sind seit meiner Jugend meine Leidenschaft. Ich war lange in einer Privatschule mit Schuluniform und habe mir durch das Tragen von Parfums eine individuelle Note verpasst. Ich war seit damals immer auf der Suche nach ausgefallenen, nischigen Parfums, habe sie gesammelt und mich für deren Kreation und Herstellung interessiert. Zu meiner Hochzeit habe ich gemeinsam mit meinem Mann einen Raumduft als Giveaway für unsere Gäste kreiert. Nachdem dieser auf so große Begeisterung stieß, dachte ich an die Komposition eines eigenen Parfums. Vor ein paar Jahren habe ich mich dann als Autodidakt getraut mein Herzensprojekt umzusetzen – raus gekommen sind drei Debüt-Düfte, NOPLAN, FATE und CLASH, mit denen ich Ende 2018 mit der Brand MECKIIE von Wien aus gestartet habe.

MECKIIE – a tribute to yourself – 3 clean organic perfumes Foto: (c) MECKIIE
Clean organic, du arbeitest ausschließlich mit natürlichen Inhaltsstoffen und schließt synthetische Duftstoffe aus. Warum ist das für dich so wichtig?
Ich bin der festen Überzeugung, dass für uns Menschen und unsere Gesundheit auch ein Parfum, das den Körper und die Haut umhüllt, sauber und organic sein sollte und keinerlei chemische Substanzen enthalten muss. Für den Lebensstil der Menschen wird dies auch einer der nächsten logischen Schritte sein. Wie bei den Bio-Lebensmitteln, die wir essen, den Bio-Kosmetikprodukten, die wir jeden Tag auf unsere Haut auftragen, sollten wir auch ehrliche, saubere, biologische Düfte verwenden, die aber auf jeden Fall fantastisch riechen. MECKIIE Parfums erfüllen all das, meine Marke ist kein PR-Fake, es ist kein Greenwashing und wenn man meine Kreationen liebt, dann sind sie die perfekte Wahl.
organic Parfums entwickeln sich gegenüber synthetischen Düften ganz individuell auf der Haut – man umhüllt sich sozusagen mit seinem ganz eigenen Duft. Karin Singer, Founder von MECKIIE
Biozertifizierte Düfte sind noch eine Seltenheit am Markt. Warum ist das deiner Meinung nach so?
Die Lobby der konventionellen Parfumhersteller ist sehr stark, die jährlich neue synthetische Düfte mit riesigen Marketingbudgets in den Markt drücken. Sie bedienen die breite Masse, die bis jetzt noch keine Naturparfums nachfragt, und der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Kreation und Produktion von Bio-Parfums sind für die Großen bisher kein Thema. Der Aufwand, hochwertige Inhaltsstoffe aus bio-zertifiziertem Anbau für die Herstellung von Bio-Parfums in Top-Qualität und Menge zu erhalten, ist hoch und hat auch seinen Preis. Beispielsweise kostet natürliches Rosenöl pro Liter jenseits der 10.000 Euro, riecht aber auch anders als synthetische Rose. Und auch für die Zertifizierung der Produkte braucht es einen hohen Zeit- und Kosteneinsatz. Darüber hinaus entwickeln sich organic Parfums gegenüber synthetischen Düften ganz individuell auf der Haut – man umhüllt sich sozusagen mit seinem ganz eigenen Duft. Individualität ist auch wesentlicher Teil meines Markenkonzeptes. Bio-Parfums sind nach wie vor premium Nischenprodukte für eine allerdings stetig wachsende Zielgruppe. Ich freue mich, dass MECKIIE zu den Ersten am Markt zählt.
Stellte dich diese Entscheidung vor große Herausforderungen?
Nein, denn ich habe mich von Beginn an dazu entschlossen, die besten Bio-Inhaltstoffe der Welt zu finden und einzusetzen. Ich war mir der Schwierigkeiten und Herausforderungen wohl bewusst und habe es immer schon als persönliche Challenge angesehen, diese zu meistern und wunderschöne Düfte auf den Markt zu bringen.
Düfte und Erinnerungen. Kein anderes Sinnesorgan ruft mehr Erinnerungen hervor als Düfte. Du hast 3 sehr spannende Düfte kreiert. Was erzählt jeder einzelne?
Das Konzept von MECKIIE umfasst klare und kurze Duftrezepturen, höchste Bio-Qualität der zum Einsatz kommenden Ingredienzien, und den Fokus und Aufwand in den Inhalt des Flakons zu stecken. Ich habe in alle Elemente meiner Düfte, meine Idee von Selbstachtung, Freiheit und Stärke in jede einzelne unisex Duftkomposition, das Verpackungsdesign und die gesamte Markenkommunikation integriert. Die Qualität der einzelnen langanhaltenden Düfte wird durch hochwertigste, hochkonzentrierte natürliche bio-zertifizierte Inhaltsstoffe gewährleistet. Jeder Duft des Trios eröffnet mit der transportierenden Natur ein erhebendes olfaktorisches Erlebnis. Detaillierte Duftbeschreibungen lehne ich allerdings ab, da sie kategorisieren, werten, einschränken und nicht, wie ich meine, dem modernen Zeitgeist entsprechen. Menschen sollen meine Düfte selbst entdecken, sich eine Meinung bilden und damit ihre eigene Geschichte schreiben.
CLASH: Tonkabohne, Ylang-Ylang, Lavendel, Weihrauch, Orange, Patchouli, Lindenblüte, Gin, Alkohol
NOPLAN: Patschouli, Benzoe, Vanille, Weihrauch, Atlas Zeder, Lindenblüte, Gin, Alkohol
FATE: Bergamotte, Vetiver, Neroli, Lavendel, Gin, Alkohol
Die Düfte sind erhältlich im Webshop von Meckiee sowie in ausgewählten Parfumerien.
Düfte und Erinnerungen
Von der Kunst echte Parfüms zu kreieren
Ein Interview über die Kraft natürlicher Düfte und den Sinn der Erinnerungen
„Düfte sind Botschafter“, erklärt Beate Nagel. In ihrer Jugend wollte sie eigentlich Kunst studieren, es schwebte ihr vor, eine „Kunst direkt am Menschen“ zu entwickeln, aber wie wusste sie noch nicht. Heute, weiß sie es: seit 1990 entwickelt sie Parfums, kreiert Duftinstallation für Firmen oder beduftet ihre eigenen Kunstprojekte und zwar mit „echten Parfums“. Darunter versteht die erfahrene Parfümeurin und Künstlerin natürliche Düfte, die ausschließlich aus echten Pflanzen gewonnen werden. Ihr Wissen beruht auf altbewährten Traditionen der jahrhundertealten Geschichte der Parfumkunst. „Denn ein echtes Parfum zu kreieren ist Kunst!“.
PAR-VIE hat die „Nase“ getroffen und mit ihr über die Kraft natürlicher Düfte sowie sinnliche Erinnerungen an die Weihnachtszeit geplaudert und zu guter letzt ein Rezept bekommen, um zu Hause einen eigenen Winterduft nachzumischen.
Welchen Duft verbindest du mit der Weihnachtszeit?
Mit Weihnachten verbinde ich den Duft von Zimt, wie es wohl vielen von uns geht. … Mit einem Atemzug ist man zurückversetzt in seine Kindheit: der Lichterglanz am Christbaum, der intensive Tannenduft im Wohnzimmer und die Hauswichteln, denen am Morgen des Heiligabend ein feiner Zimtbrei als Dank in eine Hausecke gestellt wird…
Zimt wird aus den inneren Schichten einer Baumrinde gewonnen, und hat übrigens eine lange Tradition in den kalten dunklen Tagen, nicht zuletzt aufgrund seiner wärmenden Wirkung. Zimt ist besonders hilfreich, wenn wir seine Wärme in unseren Breitengraden am nötigsten haben: in der dunkelsten und kältesten Jahreszeit, dem Winter.
Die emotionale Kraft der Düfte. Was passiert mit uns, wenn wir etwas riechen?
„Der Geruchssinn ist der Sinn der zärtlichen Erinnerungen“, stand schon 1819 im Dictionnaire des sciences médicales. Gerüche können, sogar mehr als alle anderen Sinne, Erinnerungen auslösen. Wer kennt das nicht…. plötzlich hat man einen Duft in der Nase und in der Sekunde fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt.
Düfte prägen sich ein – wir erinnern uns
Der gelegentlich auftretende Effekt, dass ein Geschmacks- oder Geruchserlebnis plötzlich ganz bestimmte Erinnerungen hervorruft, wurde als „Proust Effekt“ bekannt. Nach dem französischen Schriftsteller Marcel Proust. Er unterschied in Geruchsassoziationen zwischen dem bewussten Erinnern und der unbewussten Erinnerung, die aus der Tiefe der Vergangenheit emporsteigt.
Wobei er den Reiz besonders im sogenannten „unbewussten Riechen“ sah. Nahm er Düfte von früher wahr, fühlte er sich wie berauscht. Proust erlebte das mit dem feinen Madeleine-Gebäck, mit dem er als Kind getröstet worden war. Eine ganze Gefühlswelt ließen Duft und Geschmack des Küchleins bei ihm als Erwachsenen auferstehen.
„In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. (…)“ Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit.
Wie nah sich Geschmack und Geruch sind, wissen wir spätestens bei einem Schnupfen, wenn man nichts mehr schmeckt – egal was man isst … Normalerweise wandern Duftmoleküle aus dem Mund durch eine Verbindungsröhre mit der Nase sozusagen von hinten zu unseren Riechzellen, ein Vorgang, der „retronasales Riechen“ genannt wird und wesentlich zu unserem Geschmackserleben beiträgt.

NATÜRLICHE vs. SYNTHETISCHE DUFTSTOFFE
In der Fachwelt des Parfums wird zwischen natürlichen und synthetischen Duftstoffen entschieden. Du hast dich entschieden, ausschließlich natürliche Düfte zu kreieren. Was können natürliche Parfums im Vergleich zu synthetischen?
Ich komme aus der Ökobewegung der 70er. Für mich war es seit jeher klar, mit Naturbezug zu arbeiten. Nur war es für mich essenziell wichtig, Aspekte von Schönheit und Ästhetik mit einzubringen.
Echte Düfte wie Rose, Jasmin oder auch der Duft von Arve, Zypresse, Myrrhe, Cistrose… vermögen uns einzuhüllen. Die Botschaften dieser Pflanzen werden zu einem Gesamtwerk zusammengeführt – ihr Duft umgibt uns sinnlich-einhüllend oder auch stärkend, je nach dem, welchen Akzent ich bei der Entwicklung setze. Alle echten Düfte bewirken etwas!
Hört sich nach Aromatherapie an…
Nein, Therapie ist der medizinische Ansatz. Ich spreche lieber von Aromakultur. Schönheit und Heilung ist kein Widerspruch. Öle helfen uns, unsere Identität zu unterstreichen und zu stärken, aber richtig eingesetzt, können sie uns auch unterstützen, wenn wir zum Beispiel im Stress sind.
Synthetische Duftstoffe können das nicht. Es ist wie mit Aromen beim Essen – sie geben etwas vor und das Gehirn ergänzt die Botschaften.
Stichwort synthetische Duftstoffe – was kannst du uns dazu erzählen?
Bis Anfang 1900 wurden alle Parfums aus echten Ingredienzen hergestellt. Anfangs wehrten sich die Parfümeure noch gegen den Einzug der synthetischen Duftstoffe. Jean-Claude Ellena, Chef-Parfumeur bei Hermès, beschreibt in seinem Buch die anfängliche Ablehnung recht gut. „Aus Sicht der zu Beginn des 20. Jahrhunderts tätigen Parfümeure weisen die synthetischen Produkte nicht die Komplexität der natürlichen Erzeugnisse auf, an die sie sonst gewöhnt sind. Sie werden zwar als interessant, aber als derb und mitunter unangenehm wahrgenommen.“ Dennoch haben sie die Parfumwelt erobert …
Meiner Meinung nach uniformieren uns synthetische Parfums. Wir riechen alle „gleich“. Durch Parfumkonzerne erliegen wir seit 100 Jahren „Fake News“, ohne es zu ahnen – weil viele Produkte ein „Luxus-Mäntelchen“ tragen.
Könntest du uns das an einem konkreten Beispiel erklären?
Ein gutes Beispiel ist Moschus. In der Parfümindustrie wird heute fast nur noch mit künstlich hergestelltem Moschus gearbeitet, auch bei sehr teuren Markenparfums. Es handelt sich hierbei um synthetische Moschusduftverbindungen, die heute relativ einfach und preiswert produziert werden können und das in einer unvorstellbaren Größenordnung von Tausenden von Tonnen jährlich. Was aber kaum jemand weiß, diese künstlichen Duftstoffe sind schwer abbaubar und reichern sich zudem in der Umwelt an…
Das heißt, in synthetische Duftstoffen verbergen sich Gefahren?
Ja. Laut Greenpeace findet man diese Dauergifte auch im Fettgewebe von Tieren und Menschen, etwa in der Muttermilch und im Blut. Nitro- und polyzyklische Moschusverbindungen sowie die als Alternative propagierten, neuen makrozyklischen Moschusverbindungen sind u.a. in Waschmitteln, Reinigungs- und Geschirrspülmitteln, Toilettenwässern, Raumsprays, Räucherstäbchen – und ja, in Deodorants und allen Arten von künstlichen Parfüms nachzuweisen.
Das Verhängnisvolle hierbei: Als Konsument kann man nicht feststellen, ob künstliche Moschusverbindungen in einem Produkt enthalten sind. Eine Deklaration ist nicht vorgeschrieben! Auch bei Kosmetika darf der Hersteller einfach die Bezeichnung „Parfum“ oder „Aroma“ in die Inhaltsstoffliste schreiben.
Wie erkenne ich als Konsument ein natürliches Parfum?
Leider ist das sehr schwierig, man muss sich mit den INCIs* befassen oder nachhaken. Biolabels können helfen … oder man erkundigt sich in einem gut sortierten Bioladen, ob es sich um naturreine Düfte und biologische ätherische Öle handelt.
Leider muss man sagen, dass es nur ganz wenige Marken gibt, die wirklich reine Parfums herstellen.
*Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe
Warum sind Naturdüfte so selten geworden?
Es ist eine Kostenfrage. Künstliches Jasmin oder Sandelholz bekommt man für ein paar Euro, während das aus der Natur um die 10.000 Euro kostet.
Historisch betrachtet waren Parfums nur dem Adel und Klerus vorbehalten. Sie waren exklusiv und teuer, kostbar wie Seide oder andere Luxusgüter. Parfums sollten pure Schönheit ausstrahlen, als Statussymbol und zur Betörung der Reichen und Schönen.
Vor kurzem las ich in einer Zeitung: „Reiche Leute plagt ein – zugegeben – kleines Problem. Die heutigen synthetischen Parfums kann sich inzwischen jeder leisten, symbolisieren sie durch ihre massenhafte Verbreitung doch keinen Luxus mehr. So lautet denn der aktuelle Trend der „oberen Zehntausend“: Qualität statt Quantität. Es werden wieder kostbarste Parfüms – wie zuletzt Ende des 19. Jahrhunderts – vermehrt oder gänzlich aus reinen, echten Pflanzen-Ingredienzien für dieses Luxussegment entwickelt.“ Auch ich spiele als Parfümeurin in dieser Liga mit, im Segment der sogenannten „Nischenparfums“. Es ist, als spiele in zarten Anfängen eine ganz neue Musik in der Welt der Parfums.
Würdest du uns zum Abschluss ein weihnachtliches Duftrezept verraten?
Ab Oktober kann es im Allgäu schon recht kalt sein, für typische Weihnachtsdüfte ist es aber zu früh, so entstand meine Idee zu „Winterwald“. Ein Duft für die kalte Jahreszeit, waldig und leicht zimtig duftend.
„Winterwald“
22 Tropfen Weißtanne – Abies alba
8 Tropfen Fichtennadeln – Picea obovata
10 Tropfen Orange – Citrus sinensis
1 Tropfen Zimtrinde – Cinnamomum verum
10 ml Leerflasche, mit Tropfer (Apotheke)
Tropfen Sie die ätherischen Öle nach und nach in das Glasfläschchen, gut verschütteln. Geben Sie einige Tropfen dieser Duftmischung auf ein Taschentuch und legen es auf einen warmen Heizkörper. Durch die Hitze steigt der Duft in den Raum. Oder Sie tropfen „Winterwald“ entsprechend der Anleitung in eine Duftlampe oder einen Aroma-Vernebler.
Zur Person
Beate Nagel ist Parfümeurin und Künstlerin. Nach 22 Jahren als Projektleiterin in der Parfumbranche hat sie sich mit ART PARFUM selbständig gemacht und verbindet ihre beiden Leidenschaften Kunst und Parfum. Sie ist Autorin von zwei Büchern, in denen sie – sehr unüblich für die Branche – ihre Geheimnisse aus der Duftwelt preisgibt. Sie lebt und arbeitet im Allgäu.
Ihre Bücher gibt es online zu kaufen : https://www.art-parfum.eu/buch





